Nachbericht zur ICOM CECA Austria Ideenkonferenz

Nachbericht zur ICOM CECA Austria Ideenkonferenz

museum wirkt. kulturvermittlung gestaltet.

 

Ein erster Meilenstein ist geschafft – die Kulturvermittlung hat in einem demokratischen Prozess 2017  ein aktuelles gemeinsames Berufsbild erarbeitet und somit die weitere Etablierung der einzelnen KulturvermittlerInnen an den Museen gestärkt.

Doch viel Arbeit liegt weiterhin vor uns.

 

 

Bei der Ideenkonferenz 2018 in der Albertina haben hat sich die CECA Arbeitsgruppe damit beschäftigt, wie das Berufsbild aktuell gelebt wird und welchen Herausforderungen KulturvermittlerInnen gegenwärtig gegenüberstehen.  Welche Vernetzungsmöglichkeiten sollen angestrebt werden, um die Interessen der Kulturvermittlung, des Publikums und der Museen vorwärts zu bringen? Wie können die beiden Berufsverbände ICOM CECA Austria und der Österreichische Verband der Kulturvermittlerinnen aktiv dazu beitragen, dass diese Vorhaben auch umgesetzt werden? Wie soll das Berufsbild unsere Zukunft positiv gestalten?

 

Ein vorrangiges Ziel ist es, die Anstellungssituation der KulturvermittlerInnen zu verbessern und Einbeziehung der Kulturvermittlung in den Häusern weiter zu etablieren. Das Berufsbild dient als Grundlage für Arbeitsplatzbeschreibungen in der Kulturvermittlung. Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit kann z.B. dadurch gefördert werden, dass Projektteams von Anfang an aus allen Abteilungen zusammengesetzt sind. Somit können die unterschiedlichen Gesichtspunkte in die Projektentwicklung eingebracht werden. Wenn diese Zusammenarbeit aller Professionen im Museum gelebt wird, kann die gesamte Gestaltungskraft für das Museum im Sinne der BesucherInnen entfaltet werden.

 

Ein großes Aufgabenfeld sind Publikationen und Veröffentlichungen in der Kulturvermittlung. Leider verschwinden viele vorbildliche Vermittlungsinitiativen, Projekte und Umsetzungen oft nach einem kurzen Leuchtfeuer. Dieses Wissen und diese Kompetenzen zu dokumentieren und zu teilen, ist ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit der einzelnen Häuser zu stärken. Die internationale Vernetzung würde v.a. von englischsprachigen Veröffentlichungen profitieren. Um dieses Ziel rascher umzusetzen, ist angedacht, Vorlagen zur Projektdokumentation zu entwerfen und über die Berufsverbände in regelmäßigen Abständen zur Sammlung von thematischen Best Practice Beispielen aufzurufen. Dabei trägt die Profession selbst wesentlich dazu bei, wie über Kulturvermittlung gesprochen wird: Viele Kulturvermittlungsprojekte haben die demokratische Teilhabe aller an unserer Gesellschaft im Fokus. Oft wird aber im Journalismus-Jargon lieber von leuchtenden Kinderaugen berichtet. Die Dokumentation für den Fachkreis sollte eine andere Sprache prägen und die Ziele, lessons learned und Methoden hervorkehren. Dieses positive Storytelling bereichernder Projekte stärkt die Vermittlungsarbeit und inspiriert zu neuen Herausforderungen. Ziel ist es Inhalte zu produzieren und diese in den Netzwerken zu teilen.

 

Jede/r KulturvermittlerIn ist ein aktiver Teil dieses Gestaltungsprozesses. Veränderung und Entwicklung ist dabei nicht „delegierbar“. Wir selbst müssen eine Vorstellung entwickeln und aktiv dazu beitragen, um Schritte in die gewünschte Richtung zu setzen. Um die Kulturvermittlung im Gesamten und die Tätigkeit im eigenen Haus im Speziellen voranzutreiben, ist es notwendig die Alltagsrolle zu verlassen und eine Metaebene einzunehmen.

 

ICOM CECA Austria darf sich ganz herzlich bei der Albertina für die Gastfreundschaft und bei ICOM Österreich für die Unterstützung bedanken.

 

Der ICOM CECA Austria Arbeitskreis hat sich in den letzten Jahren aus einer Gruppe von Kulturvermittlungs-ExpertInnen und Leitungen herauskristallisiert und arbeitet eng mit dem Vorstand des Österreichischen Verbands der KulturvermittlerInnen zusammen.

 

Bei Interesse und Fragen zum ICOM CECA Austria Arbeitskreises:

Wencke Maderbacher, ICOM CECA National correspondent wencke.maderbacher@yahoo.de