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ICOM Palmyra-Gespräche: Versunkenes Kulturerbe

14. Juni 2018, Kunsthistorisches Museum Wien, Bassano-Saal

Die brutalen Anschläge auf Kulturerbestätten, wie auf die antike Oasenstadt Palmyra durch den IS werfen ein Schlaglicht auf die Bedrohung des Weltkulturerbes. Das systematische Plündern archäologischer Stätten ist dabei heute bereits eine noch größere Gefahr, die Grabungen an Land – aber natürlich auch Unterwasser-Stätten stark bedroht und zerstört.

 

Donnerstag, 14. Juni 2018

Beginn: 18:00 Uhr

 

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Dr. Peter B. Campbell befasst sich in seinem Vortrag mit den Netzwerken des illegalen Handels und mit dem Wettlauf, zur Erfassung und zum Schutz der archäologischen Stätten. Wo liegen die Quellen und Märkte des illegalen Handels? Wer sind die handelnden Personen? Oft sind die Raubgräber Menschen aus der Region, die versuchen, durch die Plünderungen zu etwas Wohlstand zu kommen. Sie geben die Objekte an die Organisierte Kriminalität oder Terrororganisationen weiter, die diese in Zusammenarbeit mit korrupten Beamten an skrupellose Kunsthändler weiterverkaufen. Mithilfe von gefälschten Provenienzen – also falschen Herkunftsnachweisen – laden diese Kunstwerke dann bei Auktionen und im Antiquitätenhandel. In seiner Feldforschung hat sich Campbell der Auffindung bedrohter Stätten – im besonderen von antiken Wracks und versunkenen Städten gewidmet.

 

Aber können hier überhaupt noch Entdeckungen gemacht werden? Ist nicht alles längst gefunden? Campbell ist überzeugt: Wir befinden uns gerade mitten Zeitalter der großen Entdeckungen! Unsere Zeit hat ein enormes Potential für neue Erkenntnisse über unsere Vergangenheit. Die Meere sind möglicherweise das größte Museum menschlicher Geschichte in dem versunkene Städte erhalten sind, Wracks antiker Schiffe, rituelle Opfergaben und Hinweise auf früheste menschliche Besiedelung. Trotz der enormen Bedeutung von archäologischen Stätten Unterwasser, wurden diese im Vergleich zu Grabungen an Land bisher nur wenig wahrgenommen und erforscht.

 

 

 

Wissenschaftliche und politische Entwicklungen haben gezeigt, dass die Unterwasser-Archäologie eine immer wichtigere Rolle spielen wird, um Kulturerbestätten zu entdecken, die für unser kulturelle Identität von großer Bedeutung sind. Sie kann aber auch die Grundlage für positive wirtschaftliche Entwicklungen, nachhaltigen Tourismus, Klimaschutz und Schutz der Meeresressourcen in der Zukunft sein. In einer globalisierten Welt entstehen sowohl für die Bedrohung als auch für den Schutz von Kulturerbe ganz neue Möglichkeiten. Der Wettlauf zwischen denen, die Kulturgüter schützen wollen und jenen, die sie zerstören oder durch ihren Raub profitieren wollen ist in vollem Gange.

 

 

PROGRAMM

 

 

Begrüßung

Dr. Georg Plattner, Direktor Antikensammlung & Ephesos Museum, Kunsthistorisches Museum Wien

Mag. Elke Kellner, Geschäftsführerin, ICOM Österreich

 

Einleitung

“OSCE Initiatives against trafficking of cultural objects”

Dennis Cosgrove, Head of the Border Security Unit (BSMU), OSCE

 

 

Keynote

“Protecting our Heritage – The Future of Underwater-Exploration” 

Dr. Peter B. Campbell, Maritime Archaeology Research Fellow, British School of Rome

 

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Peter Campbell is Maritime Archaeology Research Fellow, British School at Rome and archaeological director of the Albanian Center for Marine Research, underwater archaeologist for the Cave Archaeology Investigation & Research Network and a research associate with RPM Nautical Foundation. He has served on ethical boards such as the Society for American Archaeology’s Committee on Ethics and Institute for Archaeologists’ Maritime Affairs Group.

 

 

Rahmenprogramm

 

 

Ausstellung “Recovered Treasures“

 

Kuratiert von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSCE) in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Wien.

The exhibition displays objects that had been stolen or illicitly exported from their country of origin and were recovered by the Italian Carabinieri Department for Protection of Cultural Heritage, in synergic collaboration with Police Forces and Judicial Authorities of other countries. OSCE is committed to prevent and combat illicit trafficking in cultural property, which is experiencing a dramatic upsurge in the unlawful looting of archaeological sites and illicit smuggling of priceless stolen artwork and antiquities. This trend stems from a wide range of enabling factors, to include economic crisis and political instability in some areas, vulnerable and exposed border regions in others, and finally, an overall lack of awareness and understanding in the countries faced with this phenomenon. In an effort to better respond to this serious transnational threat, the OSCE, as a regional security organization, is committed to adopt a holistic approach and partner with all relevant stakeholders to strengthen the collective response to this transnational crime.

 

 

Weitere Informationen:

http://www.peterbcampbell.com

Albanian Center for Marine Research

RPM Nautical Foundation

Kunsthistorisches Museum Wien

OSZE – die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa

 

 

Foto-Credit:

Peter B. Campbell

Italian Carabinieri, Department for Protection of Cultural Heritage